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Ibbenbürener Volkszeitung, 11.08.10

Auf dem Sprung nach Ägypten


Tolles Team in Baywatch-Rot: Die Borkener DLRG startet bei der Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer, die im Oktober im ägyptischen Alexandria stattfindet. Trainiert wird unter anderem am Burloer Klostersee. (Foto: Berger)

Von Peter Berger

Borken. Wenn´s ums Schwimmen geht, geraten sie ins Schwärmen. „In dieser Schwerelosigkeit kann man so herrlich abschalten“, berichtet Andrea Terbuyken über ihre fast täglichen Ausflüge ins kühle Nass. Ihre Mannschaftskolleginnen Marion Scheidner, Elsbeth Schötteler und Doris Niestegge nicken eifrig. Das Damen-Quartett der Borkener DLRG hat Großes vor: Es will bei der Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer im Oktober in Alexandria in Ägypten vorn mitmischen. 3000 Teilnehmer aus allen Kontinenten wollen kommen.

Bei allem Abschalten ist dann doch Trainings-Ehrgeiz gefragt. Kondition tanken die DLRG-Frauen und die Männer, die bei der WM dabei sind, regelmäßig im Klostersee, der an der Oberfläche derzeit um die 20 Grad warm ist. Sieben Mal wird das Gewässer hin und zurück durchquert - insgesamt rund 6,5 Kilometer. Kein Klacks, aber eine lösbare Aufgabe. Und gut für den Wettkampf, der noch vor der WM ansteht: die Durchquerung des Wattenmeeres zwischen Festland und Ameland.

Außerdem werden im Freibad Reken „Kacheln gezählt“, sprich Bahnen geschwommen. Reken deshalb, weil das Becken dort 50 Meter lang ist. So lang wie die Wettkampf-Disziplin in Ägypten. Beim Rettungsschwimmen muss eine Puppe vom Grund geholt werden, in der 4x50-Meter-Staffel lauern Hindernisse im Wasser. Doris Niestegge hat da schon Erfahrung, bei der letzten WM gewann sie die Goldmedaille. Dagegen ist Elsbeth Schötteler erst zwei Jahre aktive Schwimmerin jenseits des Frei- und Fahrtenschwimmer-Niveaus. „Meine Kinder haben mich drauf gebracht.“Einen inoffiziellen Weltrekord dürfte das Ü40-DLRG-Team bereits halten - als kinderreichstes in seiner Altersklasse. 16 Töchter und Söhne sind es (zwei Mal drei und zwei Mal fünf), die sich dank des elterlichen Vorbilds wie Fische im Wasser bewegen. Insbesondere die Terbuykens haben den DLRG-Geist mit der Muttermilch aufgesogen.

Zur WM wird der Nachwuchs aber nicht mitfahren. „Die sind teilweise in einem Alter, in dem man jubelt, wenn die Eltern mal für ein paar Tage aus dem Haus sind“, heißt es in der fröhlichen Runde.
Für die Reise zur WM nach Ägypten sucht die DLRG noch ein paar Sponsoren. Unterstützer können sich an den Vorsitzenden Herbert Finke (Tel. 0171/2371872) wenden. Informationen über die WM der Rettungschwimmer unter www.rescue2010.com.

Von: juergen.jgw


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