Westfalen Blatt, 01.03.10
Großer Applaus für rüstige Rentner
Else Lemmes und Werner Stein holen Gold in der Altersklasse 80

Siegreich in der Altersklasse 80: Else Lemmes und Werner Stein von DLRG Gelsenkirchen Mitte.Foto: Viola Dietrich
Harsewinkel (VD). Es ist eng am Beckenrand, es wird gerufen, geklatscht und angefeuert. Aber im Becken tummeln sich gerade nicht etwa die schnellsten Rettungsschwimmer, sondern die ältesten. Else Lemmes und Werner Stein gehören dazu. Beide kommen aus Gelsenkirchen, beide sind über 80 Jahre alt. Else Lemmes stand sogar schon vor ihrem Start als Siegerin fest, denn keine andere Frau ging in der Altersklasse 80 an den Start. Deshalb muss Lemmes auch mit den Männern ins Wasser.
Dort schwimmen immerhin zwei Teilnehmer den Titel aus. Am Ende macht Werner Stein das Rennen um die DM - angefeuert von den Fans am Beckenrand. »Die hört man während des Schwimmens gar nicht«, sagt Else Lemmes, die seit 67 Jahren in der DLRG ist und sogar einen der Männer abhängte. »Das Rettungsschwimmen fand ich immer schon gut. Man schwimmt, um fit zu sein und um anderen helfen zu können. Das ist meine Motivation«, sagt die 84-Jährige und damit älteste Teilnehmerin in Harsewinkel. Stein ist seit 50 Jahren Ausbilder und kam darüber zu den Wettkämpfen. Erst seit 1991 nimmt er daran teil. In diesem Jahr kommt ein Meistertitel hinzu. Denn im Einzelschwimmen hängte er seinen Konkurrenten Olaf Thümmler ab. Mit der Mannschaft AK 280 blieb am Samstag nur der undankbare vierte Platz. Für einen Wechselfehler gab es 50 Strafpunkte. Zwar kämpfte sich Steins Team noch mal ran, musste sich am Ende aber um drei Punkte geschlagen geben. »Das ist schon enttäuschend, wenn man auf so eine Art und Weise die Medaillenränge verpasst«, sagte Stein.
Else Lemmes dagegen holte mit der Mannschaft ihre zweite Goldmedaille des Wochenendes. Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Seniorenmeisterschaften startete bei den Frauen eine AK 280-Staffel. Aber eben nur eine, so dass der Sieg schon vorher vergeben war.




