Neue Westfälische, 10.03.10
Helfen in der Not
RETTUNGSSPORT: Im DLRG Rahden wird wettkampforientiert trainiert

Das gehört zur Ausrüstung: Neben den Schwimmbrillen benötigen Georg (l.) und Jan-Erik Gummiflossen, Fiberglasflossen, eine mit Wasser gefüllte Kunststoffpuppe und einen Gurtretter für ihren Sport. | FOTO: SONJA ROHLFING
VON SONJA ROHLFING
Rahden. Je schneller und routinierter Rettungsschwimmer im Wasser sind, desto besser können sie in Not geratenen Schwimmern helfen. Aus diesem Grundgedanken entwickelte sich der heute weltweit verbreitete Rettungssport. Auch im DLRG Rahden trainieren Rettungsschwimmer und messen sich regelmäßig in Wettbewerben bis hin zu Deutschen Meisterschaften.
Mitmachen beim Training kann, wer mindestens im Besitz des Seepferdchens ist und Lust am Schwimmen hat. Grundsätzlich wird zwischen Schwimmbad- und Freigewässerdisziplinen unterschieden. Die Freigewässerwettbewerbe haben ihren Ursprung in Neuseeland und Australien. Rettungssport ist dort Volkssport und wird im Fernsehen übertragen. In Deutschland liegt der Schwerpunkt auf den Schwimmbaddisziplinen. Wettkämpfe werden auf Vereins-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene organisiert. International finden Europa- und Weltmeisterschaften statt. Des weiteren ist der Rettungssport bei den World Games vertreten.
Es gibt Einzel- und Mannschaftswettbewerbe unterteilt nach Geschlecht und Altersklassen. "Die Wettkampfanforderungen bauen systematisch aufeinander auf, so dass auch Kinder schon früh an Wettbewerben teilnehmen können", erläutert Sebastian Lederer vom DLRG Rahden. Beispiele für Einzeldisziplinen sind das Hindernisschwimmen, eine Rettungsübung mit und ohne Flossen oder eine Rettungsübung mit Gurtretter und Flossen. Die Streckenlängen variieren dabei zwischen 50, 100 und 200 Metern. Gerettet wird jeweils eine 60 bis 70 Kilogramm schwere Puppe. Neben den schwimmerischen Fähigkeiten wird auch die Vorführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung verlangt. Die Mannschaftsdisziplinen werden als Staffel geschwommen und entsprechen in den Anforderungen größtenteils denen für Einzelstarter.
Im DLRG Rahden wird leistungs- und wettkampforientiert trainiert. Zunächst werden die Grundlagen geschult, die Technik im Beinschlag und Armzug beim Brust- und Rückenschwimmen verbessert, bis dann zum Kraulschwimmen, dem Schwimmen mit Flossen und den eigentlichen Rettungsdisziplinen übergegangen wird. "Der Sport ist trainingsintensiv, wenn man oben mitschwimmen will", räumt Sebastian Lederer ein. Trainiert wird im Winter im Hallenbad und im Sommer im Freibad oder gelegentlich auch im Freigewässer.
Schon so mancher Jugendlicher wurde durch den Rettungssport an die humanitären Ziele der Organisation herangeführt und konnte für den Einsatz als Wachgänger an Badegewässern begeistert werden. Wettkampfrichter, Übungsleiter oder Tauchen sind weitere Betätigungsfelder für Rettungssportler.
"Neben der Faszination im Element Wasser Sport zu treiben, fördert das Rettungsschwimmen Ausdauer, Kraft, Koordination und Schnelligkeit, bietet aber mehr Abwechslung als das reine Leistungsschwimmen", erklärt Sebastian Lederer. "Es ist außerdem ein Mannschaftssport und fördert die Courage, denn man lernt andere Menschen zu retten."




