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WAZ, 21.06.09

Keine Spuren im Sand


1. Halterner DLRG-Trophy

Landesverbands-Vorsitzende Anne Feldmann (r.) und ihr Team hatten alles im Griff. Foto: Gerd Schypulla

"Also ich würde da nicht reinspringen.” Aus Anne Feldmanns Worten spricht Bewunderung.

Haltern am See. Die 59-Jährige ist zwar Lebensretterin, als Vorsitzende des Landesverbandes der Deutschen Lebens Rettungs Gesellschaft (DLRG) sogar sozusagen die Mutter aller Lebensretter in Westfalen. Aber gemessene 18 und gefühlte 14 Grad Wassertemperatur im Sythener Silbersee II sind ihr jedenfalls entschieden zu kalt.

Mehr als 200 Athleten der 1. Halterner Trophy sehen das anders. Auch Kathrin Höhnerhaus, die einzige Trophy-Teilnehmerin aus dem Kreisgebiet: „Wenn man mal drin ist, ist es besser als bei dem Wind am Strand zu stehen.” Und überhaupt. Höhnerhaus' Element ist das Wasser, wie sie sagt. Die Temperatur ist ihr zumindest jenseits der 15 Grad offenbar egal.

Es war ohnehin weniger das Wasser selbst als der am Samstagnachmittag aufkommende Wind, der den Rettungssportlern zu schaffen machte. Der ist kräftezehrend. „Das sind schon schwierige Bedingungen”, sagt Henning Bock. Ansonsten schwärmt der Sprecher des Bundesverbandes von der Austragungsstätte. „Der Silbersee ist toll. Und so einen großen Strand mit diesem Sand findet man in Deutschland selten.” An einem See, wohlgemerkt. Und deshalb würde Haltern in Zukunft bestimmt wieder Station in der Trophy-Serie werden, wenn der hiesige Ortsverband sich erneut bewerben würde. „Auch eine internationale Verantaltung wie eine Jugend-Europameistereschaft wäre hier möglich”, sagt Henning Bock und blickt anerkennend über den Strand.

Der ist allerdings nur weit und nicht bevölkert. Links und rechts von der Wettkampfzone ist er so gähnend leer wie die Fußgängerzone von Bielefeld an einem Sonntagnachmittag im November. Keine Spuren im Sand. Zuschauerzuspruch hätten die spannenden, auf den ersten Blick anstrengenden und auf jeden weiteren packenden Wettkämpfe verdient gehabt. Das gilt nicht nur für den Oceanman. Die Königsdizsiplin der Rettungsschwimmer ist ein Triathlon aus 300 m Schwimmen, 400 m Rettungsbrett fahren und 500 m Rettungskajak, den gute Athleten in sechs bis sieben Minuten absolvieren. „Frauen erfüllen übrigens die gleichen Aufgaben in den Wettkämpfen”, erwähnt Anne Feldmann.

An diesem gemischten letzten Frühlings-Samstag haben sich nur ein paar unentwegte Badegäste an den Silbersee verirrt. Lufttemperaturen um 20 Grad, der auffrischende Wind und immer mal wieder eine dunkle Gewitterwand am Horizont, die irgendwo zwischen Dülmen und Coesfeld für Schauer gesorgt hat, lädt nicht zum Sonnenbaden ein.

Dabei hat die Ortsgruppe für alles gesorgt. „Wir haben Personal für 15 000 Badegäste aufgeboten”, sagt Ortsgruppen- und Landes-Chefin Feldmann, die sich über einen vollen Strand und Gewusel im Wasser gefreut hätte. Auch sie ist zum Dienst eingeteilt und steht schon seit dem frühen Morgen in ihrer signalroten Funktionskleidung am Strand. Sicher ist sicher.

Von: juergen.jgw


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