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Usedom Kurier, 25.08.10

Mit den Besten um den Sieg schwimmen


Von Paulina Jasmer

Anklam. "Wenn man die Technik drauf hat, dann macht Schwimmen unheimlich viel Spaß", berichtet Clemens Netzer (15) aus Görke (Insel Usedom). Mehrmals in der Woche nimmt er den rund 40 Kilometer langen Anfahrtsweg nur zu gern in Kauf, um in der Anklamer Schwimmhalle fleißig für die Deutschen Meisterschaften im Rettungssport zu trainieren. Und wenn sich unter den vielen Schwimmfreudigen des PSV "Anklamer Peenerobben" auch noch echte Freunde finden lassen, dann habe man wirklich das große Los gezogen. Dreimal wöchentlich geht es ins Becken, doch jetzt - nach mehreren Wochen Trainingspause - ist der Sprung ins Wasser nicht unbedingt der leichteste. Das finden auch Laura Eichel, Anne Breitsprecher und Marie Worschech (alle aus Anklam). Doch nun heißt es wieder: Delfin, Brust, Kraul und Lagen an die Front - Leistung ist gefragt.
Dass der Anklamer Nachwuchs es drauf hat, beweisen die Erfolge aus den vergangenen Jahren. "Wir sind Vize-Meister in der Staffel, und Anklam hat sich unter den Schwimmern bereits einen recht guten Namen gemacht", erzählt Laura, die schon seit sechs Jahren den Schwimmsport zu ihrem Lieblings-Hobby zählt.

Dreimal war sie bei den Deutschen Meisterschaften mit von der Partie. In diesem Jahr findet der Wettkampf in Baden-Württemberg statt. Clemens freut sich dabei sehr auf das Rettungsschwimmen mit einer Puppe, während Laura für die Disziplin Rücken, Anne und Marie für die Flossen schwärmen. Die ersten Trainingsstunden gestalten sich derzeit jedoch eher schwierig. "Wir müssen erst wieder reinkommen und da ist auch der Muskelkater vorprogrammiert", sagt Marie.
Doch wissen sie alle: In rund zehn Wochen will jeder topfit sein, um vielleicht auch um die Medaillenplätze mitzuschwimmen. "Das wäre schön und gleichzeitig ein Traum, der wahr wird", schwelgen die Vier in Medaillenhoffnungen. Doch selbst wenn das nicht klappen sollte, steht das Ziel fest: Ein Platz unter den besten zehn müsse drin sein. Das Rezept, das zum Erfolg führt, kennen sie auswendig: Training, Wille und Geduld.

"Fairness ist ebenso wichtig", fügen die Nachwuchstalente hinzu. Man würde sich auch über die guten Leistungen der anderen freuen. "Und manchmal muss auch Verlieren gelernt sein", sagt Clemens, dem das nicht immer leicht fällt, wie er zugibt. Somit trainiert er umso härter, um letztlich vielleicht doch nicht den Kürzeren im Rennen ziehen zu müssen. Doch kurz vor dem Start hätten allesamt eher mit etwas ganz Anderem zu kämpfen: Lampenfieber. Wie bekommt man das wohl in den Griff? - "Ganz einfach, schnell schwimmen, desto eher ist es vorbei", schlussfolgert Clemens mit einem selbstverständlichen Lächeln. Die Mädels hören dagegen Musik und versuchen, sich so zu beruhigen. Ablenkung sei das A und O. Natürlich zähle die Konzentration, aber das gehe nur mit der nötigen Ruhe.
Trainerin Alexandra Berlin freut sich über das große Engagement ihrer Schützlinge. Eine Delegation von insgesamt 25 Kindern im Alter zwischen 9 und 15 Jahren wird in den Süden Deutschlands per Bus reisen, um die DM zu rocken. "Ein hartes Training erwartet die Kinder, und die rund zehn Wochen bis Wettkampfbeginn können sich ziehen. Da muss sich jeder durchbeißen", sagt sie voraus. Die Nervosität der Jungschwimmer müsse im Zaum gehalten werden. Durch Vorbereitungswettkämpfe wird ihnen die Angst genommen. "Und letztlich ist an mir, sie zu ermutigen, ihnen Sicherheit zu geben, dass sie es schaffen können", meint Alexandra Berlin.
Phasen der Verzweiflung seien vorprogrammiert, zumal die Kinder und Jugendlichen die Doppelbelastung von Schule und Sport stemmen müssen. Am Ende müssen die Jugendlichen eben auf ihre eigene Schwimm-Erfahrung vertrauen und samt Trainerin und Eltern arbeiten sie auf ihre jeweilige Topleistung hin. Dass Aufregung mit im Spiel ist, sei allerdings verständlich, "denn über 1000 Teilnehmer werden vor Ort sein, um die Besten unter ihnen zu küren", informiert die Trainerin.
Auf ihre Sportler hält Alexandra Berin große Stücke, schließlich gehen beispielsweise Clemens Netzer, Marie Worschech, Max Tesch, Dana Klimaschewski und Sophie Mehlhorn als Landesmeister in ihren jeweiligen Altersklassen an den Start. "Für uns ist es das Highlight des Jahres, mit Deutschlands Besten um die Plätze zu wetteifern", spricht die Trainieren dem ungen ambitionierten Anklamer Nachwuchs aus dem Herzen.

Meisterschaft in Kürze

Bei den Deutschen Meisterschaften im Rettungssport gibt es sowohl Einzel-als auch Staffelwettkämpfe. Zum Einzelwettbewerb gehört das Hindernisschwimmen, das Retten einer Puppe (40 Kilogramm) und das Retten einer Puppe, wobei der Schwimmer noch Flossen trägt. Bis zum Alter von 12 Jahren erfolgt das Retten noch ohne Puppe.Bei den Staffelkämpfen sind unter anderem die Hindernis-, die Puppen- und die Gurtretterstaffel - kombiniert mit Puppe und Flossen - vertreten.   PJ

Von: juergen.jgw


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