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Westfalen Blatt, 27.02.10

Nach der Babypause zur Silbermedaille


Heimische Favoriten schwimmen auf Platz zwei und drei - Samstag Teamwettbewerbe

Lokalmatadorin Melanie Brockmeyer hat die Puppe fest im Griff. Die 29-Jährige vom Veranstalter DLRG Harsewinkel landete nach den drei Läufen im Einzelwettbewerb auf dem zweiten Platz der Altersklasse 30. Und das fast ohne Training, denn erst im November brachte Melanie Brockmeyer ihr zweites Kind, die kleine Luisa, zur Welt.

Von Viola Dietrich  (Text)
und Wolfgang Wotke (Fotos)

Harsewinkel (WB). Melanie Brockmeyer ist zufrieden. Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften der Rettungsschwimmer hat die Harsewinklerin den zweiten Platz belegt.
Zwar war die 29-Jährige in der Altersklasse 30 an Position eins gesetzt, die Zeit dafür war sie allerdings vor ihrer Babypause geschwommen. »Ich habe die Qualizeit geschwommen, als ich seit zwei Tagen wusste, dass ich schwanger bin«, erzählt Brockmeyer. Auch mit Babybauch ist sie zwar Schwimmen gegangen, »richtiges Training war das allerdings nicht«. Im November kam dann die kleine Luisa zur Welt, sechs Wochen später nahm ihre Mama wieder das Training auf. Zwar reichte es nicht für Platz eins, aber über den zweiten war Melanie Brockmeyer auch hocherfreut. »Ich habe mit einem Treppchenplatz geliebäugelt und das hat auch geklappt«, so die 29-Jährige, die Samstag mit der Staffel auch noch die Chance auf eine zweite Medaille hat. Außerdem gibt es noch ein nächstes Jahr. »Wenn ich wieder mehr trainiere, vielleicht wird es dann etwas mit Gold.«
Ebenfalls seine zweite Chance bekommt am Samstagmorgen Oliver Brinkmann von der DLRG Gütersloh. Im Einzelwettbewerb holte er sich in der Altersklasse 35 immerhin schon mal die Bronzemedaille, mit der Staffel sollte sogar Gold drin sein. Dabei sah es nach dem ersten Lauf gar nicht so gut aus. Als Fünfter ging Brinkmann in die zweite Disziplin. »Hindernisschwimmen ist nicht so mein Ding, aber in den anderen Disziplinen konnte ich noch Zeit gutmachen«, weiß der 39-Jährige um seine Schwächen und seine Stärken.
Ähnlich wie Melanie Brockmeyer erging es Jürgen Hölscher von der DLRG Rheda-Wiedenbrück am Freitagnachmittag im Harsewinkeler Hallenbad. An Position eins gesetzt, blieb am Ende doch nur der zweite Rang übrig. Doch auch bei dem AK-40-Schwimmer lag es mit am Trainingspensum. Aus beruflichen Gründen kann Hölscher nur einmal in der Woche trainieren, auch die Familie fordert ihre Zeit. »Der zweite Platz ist super«, sagte dann auch der 40-Jährige, der seit seinem 16. Lebensjahr auf nationaler Ebene als Rettungsschwimmer aktiv ist und schon viele Titel abgeräumt hat. »Ich war immer vorne mit dabei, da klappt es dann auch mal mit nicht so viel Training. Ich musste heute auf meine Erfahrung zurückgreifen«, so Hölscher.
Eine gute Erfahrung hat auch Claas Bradler gemacht. Der Harsewinkeler war in der Altersklasse 25 an Position zehn gesetzt, schwamm aber Platz um Platz nach vorne, um am Ende doch nur mit dem undankbaren vierten Rang Vorlieb nehmen zu müssen. »Ich bin top zufrieden, das habe ich nicht erwartet«, war Bradler überrascht, dass es so gut lief.


 
Vormittags spielte Claas Bradler noch den Läufer, brachte Ergebnisse von den Kampfrichtern zur Meldestelle. Nachmittags trat der Harsewinkler dann selber in der AK 25 an, belegte am Ende Rang vier.


Nach der Anstrengung ruht sich Oliver Brinkmann (DLRG Gütersloh) im Entmüdungsbecken aus.

 
Jürgen Hölscher (DLRG Rheda-Wiedenbrück) gab alles und landete am Ende auf dem zweiten Rang.

Am Beckenrand aufgeschnappt
Schlepphorst ehrt Sieger
Aktiv ist Carsten Schlepphorst von der DLRG Rheda-Wiedenbrück in diesem Jahr nicht bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften. Aber ganz ohne ihn muss die Veranstaltung dann doch nicht auskommen. Nach den Wettbewerben am Samstag übernimmt der ehemalige Weltmeister die Moderation der Abendveranstaltung und die Ehrung der Sieger.

Das Outfit muss passen
Wie beim »echten« Schwimmen gibt es auch beim Rettungsschwimmen eine Kleiderordnung für die Teilnehmer. Seit dieser Saison sind Ganzkörperanzüge verboten. Stattdessen darf bei den Herren der Steg an der Seite der Badehose nur zehn Zentimeter hoch sein. Es zählt die Devise: Beine, Arme und Brust müssen frei sein. Bei den Frauen sind es Nacken, Arme und Beine.

Schweinebraten und Co.
Während die Schwimmer im Harsewinkler Hallenbad ihre Bahnen zogen, standen in der Dreifachsporthalle Helfer bereit und tischten den pausierenden Teilnehmern Essen auf. Freitagmittag lieferte der Partyservice Schweinebraten, Rotkohl und Co. für 85 Leute. Viel zu viel, wie sich herausstellte, denn viele der Teilnehmer verpflegten sich anders.

Kampfrichter aus Freiburg
Bei Deutschen Meisterschaften ist nicht nur der westfälische Klang in der Stimme zu hören - das ist klar. Aber nicht nur Teilnehmer, auch die Kampfrichter wurde aus ganz Deutschland zusammengezogen. So standen bei den Einzelwettbewerben zum Beispiel Martina Graichen und Markus Bührer aus Freiburg an der Kopfseite des Beckens und passten genau auf, dass die Schwimmer alles richtig machten.

Von: juergen.jgw


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