Nordwest Zeitung, 13.07.09
Sport mit ernstem Hintergrund
DLRG-TROPHY Wettkampf der Rettungsschwimmer am Strand von Hooksiel
DIE SPANNENDEN WETTKÄMPFE DER ATHLETEN WURDEN VON ZAHLREICHEN SCHAULUSTIGEN VERFOLGT. AUFGRUND DES WETTERS MUSSTEN EINIGE DISZIPLINEN ABGESAGT WERDEN.
VON KLAUS HOMOLA UND HENNING BOCK
HOOKSIEL - Viele Schaulustige bevölkerten am Sonnabend den Strand am Außenhafen von Hooksiel. Hier fand die DLRG-Trophy unter Gezeiten-Bedingungen an der Nordsee statt.
Als sich die Rettungssportler morgens kurz vor acht Uhr bei ablaufendem Wasser ihre Boards schnappten, konnten sie noch auf schönes Wetter hoffen, denn die Sonne hatte die dicke Wolkendecke des Vortages durchbrochen. Aber bis zum Mittag prägten dann doch immer wieder teils heftige Schauer den Wettkampfablauf – und die Athleten hatten Mühe, trocken und warm zu bleiben.
Zwei Disziplinen abgesagt
Erst gegen Mittag kehrte mit dem Wasser auch die Sonne an den Strand zurück. Die Regenschauer hatten sich aber auch im Zeitplan niedergeschlagen, so dass der Wettkampf deutlich länger dauerte als zunächst geplant. Erst um 18.45 Uhr standen die letzten Sieger fest, wobei die Staffel Retten mit Rettungsbrett (Board Rescue) und das Ski Race sogar abgesagt werden mussten, weil die für den Wettkampf notwendigen Bojenketten bereits wieder trocken gefallen waren.
38 Teams am Start
38 Mannschaften aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden mit insgesamt 214 Athleten traten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Auch zwei Athleten der World Games-Nationalmannschaft nutzten den Wettkampf noch einmal zur Vorbereitung. Während ihre Mitstreiter in der Halle von Warendorf trainierten, waren David Loosen und Julia Schatz in Hooksiel am Start. Rund 40 Helfer aus der DLRG-Ortsgruppe Wangerland sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Wettkampfs.
Ursprünglich von australischen Rettungsschwimmern als Trainingssport für den Ernstfall entwickelt, hat sich der Rettungssport inzwischen zu einem hochkarätigen Wettkampfsport entwickelt.
In Einzel- und Staffeldisziplinen geht es natürlich um die Schnelligkeit der Wettkämpfer, aber auch um die Geschicklichkeit im Umgang mit Rettungsgeräten und natürlich um Teamarbeit. So müssen sich die Athleten beim Rettungsbrett-Rennen (Board Race) auf einer 600 Meter langen Strecke messen. Auch das Brandungsschwimmen (Surf Race) gehört zum Wettkampfprogramm.
„Königsdisziplin“ ist der Rettungstriathlon. Nach dem Brandungsschwimmen müssen Stecken mit dem Rettungsbrett und dem Rettungsski absolviert werden. Die Trägerin oder der Träger des Titels „Oceanwoman“ oder „Oceanman“ können stolz sein auf das Erreichte.
Drei Wettkämpfe im Jahr
Dreimal im Jahr treffen die DLRG-Retterinnen und -Retter zu Wettkämpfen zusammen. Diesmal wurde Hooksiel als eine Station ausgewählt. Daran hatte die stellvertretende Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Wangerland, Sandra Gerdes, großen Anteil.
Auch beim zweiten Wettkampf in diesem Jahr wurde das DLRG-Team aus dem Halle-Saalekreis seiner Favoritenrolle gerecht. Anders als beim ersten Wettkampf der Saison in Haltern am See, bei dem die Favoriten das Gesamtfeld dominierten, kamen in Hooksiel Sieger und Platzierte aus mehreren Ortsgruppen, darunter Rendsburg, der Region Uetersen oder Korschenbroich.
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