Neue Westfälische, 01.03.10
Strahlender Favoritensieg
RETTUNGSSCHWIMMEN: DLRG Gütersloh bejubelt in der Altersklasse 120 die Goldmedaille

Absprung: Zwar hechtete Melanie Brockmeyer bei der Gurtretterstaffel von Startblock eins ins Wasser, im Ziel verfehlte sie mit dem Frauenteam der DLRG Harsewinkel als Vierte aber knapp eine Medaille. Zufrieden war sie trotzdem. FOTOS: HENRIK MARTINSCHLEDDE
VON HENRIK MARTINSCHLEDDE
Harsewinkel. Einer der zahlreichen Titel, die am Wochenende bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften im Rettungsschwimmen aus dem Becken des Harsewinkeler Hallenbads gefischt wurden, bleibt im Kreis: Das Herren-Team der DLRG Gütersloh gewann in der Altersklasse 120 Gold – mit deutlichem Vorsprung.
„Wir haben die Favoritenrolle aufgedrückt bekommen und sind ihr gerecht geworden“, grinste Oliver Brinkmann während der Siegerehrung in der Mehrzweckhalle. Zusammen mit Martin Zinram, Andre Westermann, Johannes Dobrzanski und Jochen Pape hatte er 3.966,06 Punkte herausgeschwommen, 245,03 mehr als der Verfolger DLRG-Ortsgruppe Bietigheim-Bissingen (bei Stuttgart). Das entspricht ungefähr einem Vorsprung von 22 Sekunden in allen vier Disziplinen. „Dabei waren die in der Hindernisstaffel sogar schneller als wir, weil die im Training mehr wert aufs Schwimmen legen. In den rettungstechnischen Disziplinen haben wir das aber wieder ausgewetzt“, erklärte Brinkmann, der am Vortag bereits die Bronzemedaille im Einzel der AK 35 gewonnen hatte. Bei der abschließenden Disziplin, der Gurtretterstaffel, durfte sogar Ersatzmann Pape, mit 42 der Oldie im Team, ran, da der Vorsprung schon groß war.
Die Gütersloher waren aber nicht die einzigen heimischen Mannschaften, die aufs Treppchen sprangen. Das Herren-Team der DLRG Rheda-Wiedenbrück freute sich in der Ak 140 riesig über Silber. Nur das Quartett der Ortsgruppe Heusweiler war in allen vier Disziplinen schneller. „Die haben aber auch mit Georg Günther einen mehrfachen Weltmeister und mit Thorsten Laurent einen Ex-Nationalkader-Athleten dabei. Die sind eine Nummer für sich“, resümierte Frank Hölscher, der mit seinem Bruder Jürgen, Andre Schlautmann und Wolfgang Resch an den Start gegangen war.
„Endlich hat es geklappt“, riss Claas Bradler nach dem Finish in der abschließenden Gurtretterstaffel die Faust in die Höhe. Nach zwei Anläufen in 2008 und 2009 schnappte sich die AK 100 der gastgebenden DLRG Harsewinkel, zu der außerdem Markus Hotzfeld, Ingo Gausmann und Timo Kopietz gehörten, die Bronzemedaille. Während an die DLRG Bietigheim-Bissingen, mit ihren über 50 Startern auch der erfolgreichste Club der Meisterschaften, nicht heranzukommen war, lieferten sich die Harsewinkeler einen heftigen Wettkampf mit den Gruppen aus Rahden (Platz zwei) und Goch. „Wir waren zum Auftakt bei der Hindernisstaffel sieben Sekunden schneller als Goch und danach immer ein bis zwei. Das war knapp“, blieb Bradler und seinen Teamkollegen das Zittern bis zum Ende nicht erspart. Komplettiert wurde das gute Harsewinkeler Ergebnis durch den vierten Platz des Frauen-Teams mit Melanie Brockmeyer, Vanessa Krueger, Kai Sachtleben, Laura Hülsmann und Melanie Kotschote in der Ak 120. Die „Alten Herren“ des Clubs – Mit-Organisator Dirk Brockmeyer, Gudio Pape,Jörg Berkensträter und Sascha Fölling – wurden Siebte in der Altersklasse 140. „Dafür, dass wir nicht mehr so viel trainieren, ist das schon toll“, strahlte Brockmeyer.
Meisterschaften der Rekorde
DLRG Harsewinkel freut sich über zufriedene Starter
„Es ist alles glatt gelaufen“, zog Claas Bradler für die Ausrichter von der DLRG Harsewinkel und ihre 120 Helfer ein äußerst zufriedenes Fazit der Deutschen Seniorenmeisterschaften. „Unsere Erfahrung bei der Ausrichtung von Wettkämpfen hat uns sehr weitergeholfen. Sowohl von Seiten der Teilnehmer als auch von jenen der Kampfrichter und des Verbandes gab es nur positive Resonanz“, freute sich Bradler während der Siegerehrungsparty, bei der noch bis in die Morgenstunden gefeiert wurde. Auch sportlich sind die Harsewinkeler zufrieden. 13 deutsche Rekorde wurden gebrochen und erstmals hatte es sogar eine Alterklasse „280+“ bei den Frauen gegeben, bei der also die vier jüngsten Teilnehmerinnen zusammen mindestens 281 Jahre alt sind.
Partylaune: Andre Westermann, Oliver Brinkmann, Johannes Dobrzanski und Jochen Pape (v.l.) von der DLRG Gütersloh zeigten nach der Siegerehrung stolz ihre Medaillen.
Kraftprotze: Die Harsewinkeler Dirk Brockmeyer, Jörg Berkensträter, Guido Pape und Sascha Fölling (v.l.) zeigten als Siebter in der Altersklasse 140 ihre Muskeln.
Schnell: Jürgen Hölscher rettete mit Rheda-Wiedenbrück Silber

Zeichensprache: Jens Nathmann (l.) und Claas Bradler feuerten ihr Harsewinkeler Team an.




