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Ahlener Zeitung, 24.06.09

Zäher Kampf gegen Wind und Wellen


Rauf auf die Welle und sich möglichst weit treiben lassen - das ist die Kunst beim Surfski-Fahren. Der Rheinenser Markus Perrevoort stellte am Wochenende auf der Ostsee seine Klasse unter Beweis.

Rauf auf die Welle und sich möglichst weit treiben lassen - das ist die Kunst beim Surfski-Fahren. Der Rheinenser Markus Perrevoort stellte am Wochenende auf der Ostsee seine Klasse unter Beweis.

 

Rheine/Rerik. Surfski fahren hat denkbar wenig mit Wintersport zu tun - und ist dennoch ausgesprochen populär. Vor allem in Südafrika, Australien und den USA. Gemeint ist jedoch keine Sportart mit zwei Brettern, sondern es geht um Kanufahren auf dem Meer. Möglichst bei kräftigem Wellengang. Wenn zu diesen Wettkämpfen in Deutschland eingeladen wird, ist der Rheinenser Markus Perrevoort fast immer mit dabei. Er hat seine neue Lieblingssportart gefunden, und deshalb verbrachte er das Wochenende auch in einem kleinen Nest namens Rerik. Das liegt direkt an der Ostsee irgendwo zwischen Wismar und Rostock, und es ging um den Deutschland-Cup.

Heftiger Wellengang macht aus jedem Surfski-Rennen ein kleines Abenteuer, doch die sportlichen Chancen von Markus Perrevoort steigen, wenn es Wind und Welle etwas ruhiger angehen lassen. Das war am Samstag so der Fall, als am Nachmittag der Startschuss zu einem Mitteldistanzrennen über zwölf Kilometer fiel. Die erste Hälfte wurde auf einem Salzhaff absolviert, hier herrschten fast Bedingungen wie auf einem Flachwassersee. Erst dann ging es raus auf die Ostsee. 


Markus Perrevoort, der vom Kanurennsport kommt, fand für sich persönlich ideale Bedingungen und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Vor allem auf dem Salzhaff paddelte er allen Konkurrenten weit davon, sein Vorsprung betrug mehrere Hundert Meter.

Doch dann ging es raus aufs Meer. Da sind andere Qualitäten gefragt, da geht es vor allem darum, die richtige Welle zu treffen und sich von der tragen zu lassen. „Im Jargon sprich man davon, sich auf einem Runner absurfen zu lassen“, erläuterte Perrevoort. Doch die Wellen liefen sehr gleichmäßig, und der Rheinenser hatte wenig Mühe, die Verfolger weiter auf Distanz zu halten. Nach einer Stunde und einer Minute war er am Ziel in Rerik, der Zweitplatzierte folgte mit einem Abstand von fünf Minuten.

Die Form ist gut, und so wollte Markus Perrevoort auch am Sonntag beim Long-Distanz-Rennen in der Spitze mitfahren. Auf der Ostsee war ein Kurs von gut fünf Kilometern drei Mal durchfahren. Rund zwei Kilometer fuhren die Sportler auf das Meer hinaus.

Es war nicht der Tag des Markus Perrevoort. Das Malheur begann mit dem sogenannten Le-Mans-Start. Dabei laufen die Surfski-Fahrer zu ihren Booten und versuchen, möglichst schnell aufs Meer hinauszukommen. Das ging bei Perrevoort so richtig daneben, denn er fiel drei Mal aus dem Boot und schluckte eine ordentliche Portion Salzwasser, ehe er überhaupt in Schwung kam. Als Letzter verließ er den Strand, hatte mehr als 300 Meter Rückstand auf die Spitze.

Doch Markus Perrevoort ist eine Kämpfernatur, arbeitete sich zäh nach vorne, ließ keinen Konkurrenten mehr passieren und erreichte immerhin noch Platz sechs. Nach 1:11:53 Stunden war er im Ziel, rund zehn Minuten hinter dem Sieger. Es hätte besser laufen können.

Doch Markus Perrevoort hat noch einige Wettkämpfe in diesem Jahr vor sich. Am 12. Juli geht es nach Holland, genau nach Hoek van Holland in der Nähe von Rotterdam. Der Wettbewerb heißt North Sea Champ, stramme 25 Kilometer sind im Surfski zurückzulegen.

Ab in den Süden heißt die Devise, wenn hierzulande die kalte Jahreszeit anbricht. Mitte September ist das Ziel des Rheinensers die Mittelmeerinsel Sardinien, da findet Mitte September ein Worldcuprennen über 20 Kilometer statt. Am 2. Dezember will Markus Perrevoort sogar in Dubai auf dem Arabischen Meer gegen internationale Konkurrenz antreten.

VON WERNER ZERETZKE

Von: DirkBrocky


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