27.11.06 - 14:20 D-Pokal 2006 - Notizen
17. Deutschlandpokal in Warendorf
Den 17. Deutschlandpokal kann die DLRG als Erfolg werten. Nicht nur, weil die eigene Nationalmannschaft den Pokal nach einem „einjährigen Auslandsaufenthalt“ in Italien nun zurückholt. Zuvor – von 1999 bis 2003 – hatten die Deutschen ununterbrochen gewonnen.
Eine kurze Unterbrechung war bei der Abschlussfeier am Samstagabend nötig. Jemand hatte mit dem Feuerlöscher im Kolpinghaus herumgespielt und diesen ausgelöst. Erschrocken verließen alle die Tanzfläche, weil sie vor der Bühne nur schwer Luft bekamen. Ein vorzeitiges Ende der Feier ließ sich noch abbiegen und nach zehn Minuten ging die Musik wieder an. Um 1 Uhr war dann aber wirklich Schluss.
Ueberraschungs-Held des Deutschlandpokals ist der Italiener Federico Pinotti. Der 23-Jährige holte drei Siege: zwei davon in neuer Weltrekordzeit (50m Retten in 0:30,69 Min. und 100m Kombi in 1:03,64 Min.) und einen in Europarekordzeit (200m Hindernis in 1:57,55 Min.). „Den hab ich vorher noch nie gesehen“, sagte selbst Carsten Schlepphorst und war überrascht über den Auftritt des Schwimmers. Bei den italienischen Meisterschaften war Pinotti die 50m Retten schon in 0:30,78 Min. geschwommen.
Er kommt eigentlich vom Schwimmverein, seine Bestzeiten liegen bei 3:53,19 Min. über 400m, 8:16,52 Min. über 800m und 15:04,22 Min. über 1.500m Freistil.
Total gefreut haben sich bei der Siegerehrung zum Abschluss wohl alle siegreichen Teams: Besonders von den erstplatzierten Landesverbänden (Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Westfalen) hatte niemand mit dem erreichten Platz gerechnet. Auch der Sieg des deutschen Nationalteams war lange offen und für manche eine (gelungene) Überraschung.
Statt für Rheinland-Pfalz – denn sein Startpass ist für die DLRG-Ortsgruppe Rheinböllen ausgestellt – ging Jakub Hawryluk in Warendorf für das polnische Nationalteam an den Start. Als zweitbester seines Teams wurde der 21-Jährige am Ende als 36. gewertet. Beim 100m Retten mit Flossen schaffte er mit Platz 22 sein bestes Einzelergebnis.
Carsten Schlepphorst, seit elf Jahren in der Nationalmannschaft und bestimmt genauso oft im Westfalen-Team am Start, schaute bei diesem Deutschlandpokal nur zu. Als Sprecher und Moderator rief er nicht nur die Läufe auf, sondern kommentierte auch die Rennen. Dafür bekam der 29-Jährige von vielen Seiten Lob. Schließlich kennt er die meisten Sportler und sparte nicht mit fachlichen Kommentaren. Mit Zielrichtung EM will der 23-fache Weltmeister aber noch einmal trainieren und auf Teneriffa angreifen.
Hemmungen hatten die Kameramänner vom Fernsehteam TVN nicht. Kameramann Carsten ging mit Flossen und Schnorchel ins Becken und machte attraktive Unterwasseraufnahmen. TVN filmte rund um den D-Pokal und verkaufte das Material an diverse Fernsehsender wie die Regionalprogramme von RTL oder Sat.1 weiter. Auch das Bundeswehr-Fernsehen und der WDR waren für Filmaufnahmen vor Ort.
Leine werfen stand in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Programm des Deutschlandpokals. Dafür wurde das 100m Retten mit Boot gestrichen. Dies sei eine Annäherung an das internationale Wettkampfgeschehen, sagt die DLRG.
Abschied nehmen hieß es beim Deutschlandpokal für Jason O’Pray. Der 33-jährige Team-Captain schwamm in Warendorf seinen letzten Wettkampf für das australische Nationalteam. Bach Beendigung der Wettkämpfe verabschiedete DLRG-Vizepräsident Dr. Detlev Mohr den erfolgreichen Rettungsschwimmer und ehemaligen Dauerkonkurrenten von Carsten Schlepphorst mit warmen Worten und einem Geschenk.
Nationaltrainerin Anne Lühn hatte ein besonders stressiges Wochenende. Die 28-Jährige musste nicht nur eigenständig ihre Nationalmannschaft betreuen – ihr Kollege Dirk Draeger fehlte krankheitsbedingt – , sondern war als Veranstaltungsleiterin auch für die Koordination des Gesamtablaufs zuständig. Daher hatte sie das Handy ebenso oft am Ohr wie die Stoppuhr in der Hand. Die Siegerehrungen koordinieren, ständig den Kontakt zum Orga-Büro halten und nebenbei den Kampfrichtern wie vor allem den ausländischen Teams als Ansprechpartner zur Seite stehen – das gehörte alles dazu.
Die Italiener holten den maximalen Erfolg aus dem Deutschlandpokal. Nur zu zweit angetreten war die Titelverteidigung des Deutschlandpokals von Beginn an ausgeschlossen. Doch sowohl Elena Prelle und Federico Pinotti holten die Gesamtsiege der Frauen- und Männer-Wertung.
Pokale gibt es für die drei Landesverbandssieger-Teams. Der eigentliche Deutschlandpokal für den Sieger der Nationenwertung ist eine Bronzeskulptur mit zwei Schwimmern beim Startsprung. Der allerdings bleibt ständig im hause der DLRG als Andenken gibt es stattdessen ein großes Bild für die Trophäenwand des Siegers.
Ohne die australischen Rettungsschwimmer begann die DLRG am Samstagabend die Siegerehrung im Kolpinghaus. Das Team aus Down under kam wie schon beim vorherigen mal zu spät. Diesmal warteten die Organisatoren nicht, mussten dafür aber mehrmals einige Treppchenstufen frei lassen.
Katrin Altmann, Anfang des Jahres noch im Aufgebot der DLRG-Nationalmannschaft bei der Rescue in Australien, schwamm beim Deutschlandpokal außer Konkurrenz mit. Weder im DLRG-Team, noch in der LV-Mannschaft Berlin war sie aufgestellt, bekam aber die Chance, in den jeweils ersten Läufen zu schwimmen um aktuelle Zeiten anzubieten.
Axel Janssen ist mit gerade 14 Jahren wohl der jüngste Teilnehmer des Deutschlandpokals gewesen. Er startete für das Team aus Bayern und kam am Ende auf Platz 101 unter den 110 männlichen Teilnehmern.
L ifesaving-Euqipment und mehr verkauft Thomas Zachert, wohnhaft in Frickingen am Bodensee, schon seit vielen Jahren. Beim Deutschlandpokal stellte der 35-Jährige seinen neuen Firmennamen vor: wetiz. Die Webseite www.wetiz.eu ist aber vorübergehend weiterhin auf Force Field Europe verlinkt.




